Vitamine nehmen und trotzdem keine besseren Werte: Warum zuerst der Darm dran ist
Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll einnehmen: In dieser Folge des Darmglück Podcasts geht Julia Gruber auf einen Vorwurf ein, den du sicher schon gehört hast: Nahrungsergänzungsmittel seien überteuert und hielten nicht, was sie versprechen. Julia erklärt, woran du erkennst, ob du überhaupt etwas brauchst, was dein Körper zum Aufnehmen mitbringen muss und worauf du bei der Qualität achtest. Dazu kommen die Reihenfolge Darm, Blutanalyse und gezielte Ergänzung, die richtige Dosis und die Nachkontrolle nach drei Monaten.
In dieser Folge erfährst du:
- warum Menschen Vitamine nahmen und ihre Werte trotzdem nicht besser wurden
- warum dein Darm entscheidet, ob Nährstoffe bei dir ankommen
- warum du zuerst den Darm in den Blick nimmst und erst danach eine Blutanalyse machst
- wie du eine Blutanalyse vorbereitest und warum Dosis und Nachkontrolle nach 3 Monaten zählen
- woran du die Qualität eines Nahrungsergänzungsmittels erkennst
- was der Fingerbluttest Prevent 360 misst und wo du Beratung findest
Der Vorwurf: überteuert und ohne Nutzen
Julia eröffnet die Folge mit dem Vorwurf, Nahrungsergänzungsmittel seien überteuert und brächten am Schluss nicht das, was sie versprechen. Arktis BioPharma Schweiz verkauft selbst Nahrungsergänzungsmittel, spezialisiert auf den Darm. Julia weiss, dass Anbieter wie Arktis oft als diejenigen gelten, die vor allem Geld machen wollen. Die Folge beantwortet drei Fragen: Woran erkennst du, ob du Nahrungsergänzungsmittel brauchst? Was sind gute Voraussetzungen, damit du sie aufnehmen kannst? Und worauf achtest du bei der Qualität?
Hintergrund: Von der Praxis zum Darm
Arktis kommt aus Coaching und Therapie. Julia und Roman führten jahrelang eine Praxis, zuerst für Ernährung und Vitamine, später mit Schwerpunkt Darmgesundheit. Sie stellten auf Basis von Blutanalysen persönliche Vitaminmischungen zusammen und beobachteten, dass Menschen genau die Vitamine nahmen, die sie brauchten, und sich auch besser fühlten, ihre Werte aber oft nicht besser wurden. Aus dieser Beobachtung entstand der Schwerpunkt Darm.
Der Darm entscheidet, was ankommt
Damit dein Körper Vitamine aufnehmen kann, muss die Verdauung mitspielen. Julia erklärt das mit einem Bild: Wenn du ein Baum wärst, wäre dein Darm deine Wurzel. Der Baum nimmt seine Nährstoffe über die Wurzeln auf, du nimmst sie im Darm auf. Hat deine Verdauung ein Problem, kommen deine Nährstoffe nach Julia nicht an, egal wie viele Vitamine du schluckst oder wie viel Gemüse du isst.
Julia hält es deshalb für eine Fehlannahme, dass du mit viel Gemüse, Obst oder Fleisch automatisch gut versorgt bist. Nur weil du etwas isst, heisst das noch lange nicht, dass es bei dir ankommt.
Mehr zum Zusammenspiel von Darm und Mikrobiom findest du im Magazinartikel Das Mikrobiom: Tipps, um es aktiv zu pflegen.
Blutanalyse richtig vorbereiten
Ob du etwas brauchst, erfährst du, indem du es misst. Julia empfiehlt dafür eine Blutanalyse und nennt zwei Stolpersteine. Erstens müssen die richtigen Werte bestimmt werden. Zweitens gehst du nüchtern zur Blutentnahme. Bei Kundinnen und Kunden, die beim Arzt Blut abnehmen liessen, sah Julia auf der Analyse als Uhrzeit 15 Uhr. Ihre Regel: Blutanalysen immer nüchtern machen.
Dazu passt eine Übersicht in der Fachzeitschrift MMW Fortschritte der Medizin (2014) von Prof. Dr. med. H. S. Füeßl und Dr. med. P. Stiefelhagen: Werte wie Ferritin können nach einer Mahlzeit um bis zu 15 bis 20 Prozent höher liegen als im nüchternen Zustand (Quelle als PDF). Bei manchen Werten, zum Beispiel Magnesium, macht für Julia die Messung im Vollblut mehr Sinn als im Serum. Eine gute Vorbereitung gehört für sie zu jeder Blutanalyse.
Zeigt die Analyse einen Mangel, etwa an Vitamin B12 oder Vitamin D, macht es Sinn, ihn auszugleichen, in der Menge, die du brauchst.
Die richtige Dosis
Eine zu tiefe Dosis bewirkt nach Julia nichts. Sie vergleicht das mit Dünger: Wer seine Pflanzen düngt und nur ein Tröpfchen Dünger dazugibt, hat zwar guten Dünger, aber die Menge reicht nicht. Eine zu hohe Dosis hält Julia ebenfalls für keine Lösung. Dem Spruch, überschüssige Vitamine seien nur teurer Urin, hält sie entgegen, dass die Menge trotzdem durch den Körper geht und die Nieren arbeiten müssen. Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nennt überdosierte Stoffe unter den gesundheitlichen Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln.
Julia empfiehlt dir, die Dosis mit einer Fachperson zu besprechen, die sich mit Supplementierung, Vitaminen und orthomolekularer Therapie auskennt.
Qualität: Etikette, Hersteller, Zertifikate
Als dritten Punkt nennt Julia die Qualität. Die Preise für ähnliche Produkte unterscheiden sich teils deutlich, und der Preis allein sagt nach Julia nichts über die Qualität. Ihr Rat: Lies die Etikette, ruf beim Hersteller an und frag, was drin ist.
Als Beispiel erzählt Julia von einer Frau, der jemand ein Vitamin B12 angeboten hat. Die Frau wollte wissen, in welcher Form das B12 vorliegt, weil sie die Form Methylcobalamin wollte. Der Hersteller wollte die Form nicht nennen. Julias Fazit: Sagt dir ein Hersteller nicht transparent, was drin ist, nimm das Produkt nicht. Das gilt für sie auch für Produkte aus dem Internet, bei denen du den Hersteller nicht kontaktieren kannst.
Das BLV schreibt, dass Hersteller, Importeure und Inverkehrbringer von Nahrungsergänzungsmitteln im Rahmen der Selbstkontrolle für die Sicherheit ihrer Produkte verantwortlich sind und dass die kantonalen Behörden stichprobenweise kontrollieren.
Bei Arktis gibt es nach Julia keine unnötigen Zusatz- und Füllstoffe. Braucht ein Produkt einen Hilfsstoff, ist es ein hochwertiger. Als Beispiel nennt sie die Akazienfasern: 100 Prozent reine Akazienfasern ohne weitere Zutaten. Viele Probiotika von Arktis gibt es als Pulver, sodass du keine Kapsel verdauen musst.
Julia empfiehlt dir, dich mit dem Hersteller in Verbindung zu setzen, die Webseite zu lesen und Analysezertifikate anzuschauen. Über Jahre kommt bei Nahrungsergänzungsmitteln viel Geld zusammen, deshalb lohnt sich die Kontrolle. Bei Arktis darfst du nachfragen und Zertifikate verlangen.
Die Reihenfolge: erst Darm, dann Bluttest
Julia hat nichts gegen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen. Von der Reihenfolge her empfiehlt sie, zuerst den Darm in Ordnung zu bringen. Dafür nennt sie zwei Wege: eine Mikrobiomanalyse oder eine darmfreundliche, antientzündliche Ernährung, ergänzt mit Akazienfasern und Probiotika.
Danach ist eine Blutanalyse sinnvoll, die zeigt, wie gut du Vitamine aufnimmst, wenn du dich gut ernährst und auf deine Verdauung achtest. Julia empfiehlt ein breites Bild mit Magnesium, Vitamin D und dem Omega 3 Status. Sie selbst hat zusätzlich Q10 und Aminosäuren messen lassen.
Mehr zu Ballaststoffen findest du im Magazinartikel Warum dein Darm mehr Ballaststoffe braucht, als du denkst. Die Analyse für den Darm findest du als Mikrobiomanalyse mit Audio-Besprechung.
Prevent 360: Der Fingerbluttest für zu Hause
Für die Blutanalyse nennt Julia den Fingerbluttest Prevent 360. Du stichst dich selbst in den Finger und schickst das Blut ein. Der Name kommt vom 360 Grad Bild, das der Test über mögliche Nährstoffmängel gibt, und es werden auch Darmwerte gemessen. Der Test kostet CHF 284. Mit den Ergebnissen weisst du, wo etwas fehlt, und kannst gezielt ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel auswählen. Die Seite im Shop weist darauf hin, dass der Test der Information dient und keine ärztliche Untersuchung ersetzt.
Julia berichtet, dass sie sich gut ernährt, frisch kocht, Gemüse isst und etwas für den Darm nimmt, ihre Werte aber nicht in allen Punkten gut waren. Sie denkt, dass das mit Stress zu tun hat, weil sie viel gearbeitet hat und viel unterwegs war. Heute ergänzt sie gezielt und höher dosiert, und sie weiss, warum.
Zum Test hat Julia eine eigene Folge aufgenommen: Prevent 360: Was du aus 5 Tropfen Blut über deine Gesundheit lernen kannst, Interview mit Dr. med. Vilmos Fux (DG316).
Nachkontrolle nach drei Monaten
Julias Tipp: Nimm die Nahrungsergänzungsmittel drei Monate lang und teste die auffälligen Werte danach erneut. So siehst du, ob die Dosierung gereicht hat, und kannst gegebenenfalls auf eine Erhaltungsdosis hinuntergehen. Wer viel Mühe in die Einnahme steckt, sollte nach Julia auch kontrollieren, ob sie etwas bringt. Wenn du schon lange Nahrungsergänzungsmittel nimmst und dich fragst, ob sie dir etwas bringen, empfiehlt sie dir einen Bluttest.
Wann sich Nahrungsergänzung lohnt
Julia rät, nicht mit dem Bluttest zu beginnen. Frag dich zuerst, wie es um deine Darmgesundheit steht: Hast du oft Verstopfung, Blähungen oder Durchfall, oder verträgst du bestimmte Lebensmittel nicht? Solche Zeichen können für Julia ein Hinweis sein, dass im Darm etwas nicht stimmt. Dann empfiehlt sie, zuerst einen Darmaufbau zu machen, damit dein Körper Vitamine und Nährstoffe wieder aufnehmen kann. Danach sind für sie Bluttest und Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.
Herausgeschmissenes Geld sind Nahrungsergänzungsmittel für Julia dann, wenn du sie ohne System, ohne Überwachung und ohne Nachkontrolle nimmst oder wenn die Produkte nur auf Marketing und schnelles Geld ausgelegt sind. Solche Firmen gibt es, sagt Julia.
Wofür Arktis steht
Julia sagt, dass Arktis aus einem therapeutischen Hintergrund kommt und die Produkte, die das Team empfiehlt, meistens selbst getestet hat. Bei einzelnen Produkten gilt das nicht, weil nicht jeder alles braucht. Das Team bietet nur Produkte an, hinter denen es zu 100 Prozent steht. Der Partner und Hersteller Arktis BioPharma Deutschland setzt nach Julia auf Qualitätskontrollen, Laboranalysen und Zertifikate.
Eigenverantwortung und Beratung
Es gibt solche und solche Anbieter, sagt Julia. Die Verantwortung dafür, was du nimmst, liegt bei dir: Prüfe nach, kontrolliere und überleg dir, was du tust. Ist dir das zu kompliziert, empfiehlt Julia dir, jemanden zu suchen, der dich berät und Sorgfalt an den Tag legt. Solche Menschen gibt es, und du darfst dir jemanden empfehlen lassen.
Auch bei Arktis findest du Beratung: Milena berät dich, du kannst dich melden oder anrufen, und das erste kurze Gespräch ist kostenlos. Danach kannst du entscheiden, ob du einen Bluttest oder eine Mikrobiomanalyse machst. Fragen schickst du an post@arktisbiopharma.ch. Alle Kontaktwege findest du unter Beratung und Kontakt.
Kapitelübersicht
00:00 Der Vorwurf: überteuert und ohne Nutzen
00:51 Hintergrund: Von der Praxis zum Darm
01:46 Der Darm entscheidet, was ankommt
03:17 Blutanalyse richtig vorbereiten
05:06 Die richtige Dosis
06:15 Qualität: Etikette, Hersteller, Zertifikate
09:54 Die Reihenfolge: erst Darm, dann Bluttest
11:05 Prevent 360: Der Fingerbluttest für zu Hause
13:04 Nachkontrolle nach drei Monaten
13:52 Wann sich Nahrungsergänzung lohnt
14:49 Wofür Arktis steht
15:40 Eigenverantwortung und Beratung
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob ich Nahrungsergänzungsmittel brauche?
Nicht raten, sondern messen. Eine Blutanalyse zeigt dir, ob dir bestimmte Vitamine oder Nährstoffe fehlen. Julia empfiehlt, vorher den Darm in den Blick zu nehmen, weil dein Körper Nährstoffe nur aufnehmen kann, wenn die Verdauung mitspielt.
Was braucht mein Körper, damit er Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen kann?
Dein Darm ist der Ort, an dem du Nährstoffe aufnimmst. Julia nennt dafür eine darmfreundliche Ernährung, Ballaststoffe wie Akazienfasern und Probiotika. Eine Mikrobiomanalyse ist ein Weg, deinen Darm genauer anzuschauen.
Worauf achte ich bei der Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln?
Lies die Etikette und frag beim Hersteller nach, was genau drin ist und in welcher Form. Julia empfiehlt, die Webseite zu lesen und Analysezertifikate zu verlangen. Sagt dir ein Hersteller nicht, was drin ist, nimm das Produkt nicht.
Wann messe ich meine Werte nach der Einnahme erneut?
Julia würde die Nahrungsergänzungsmittel 3 Monate lang nehmen und die auffälligen Werte danach erneut testen. So siehst du, ob die Dosierung gereicht hat und ob eine Erhaltungsdosis genügt.
Erwähnte Links
Haftungshinweis
Die Inhalte dieser Folge und dieser Shownotes dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft oder wenn du Medikamente nimmst, sprich vor einer Ernährungsumstellung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
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