Search

Darmkrebs trifft immer Jüngere: Vorsorge richtig machen (DG351)

Laborexperte Dr. Heiko Hofmann erklärt, wie Fusobakterien und Entzündungswerte ein erhöhtes Darmkrebsrisiko zeigen, lange bevor du etwas spürst

 

Darmkrebs galt lange als Alterskrankheit. Heute erkranken immer mehr jüngere Menschen, und die Darmkrebsvorsorge wird genau deshalb neu gedacht. In dieser Folge des Darmglück-Podcasts spricht Julia Gruber mit Laborexperte Dr. Heiko Hofmann vom Labor biovis darüber, warum Darmkrebs lange still verläuft, welche Hinweise das Mikrobiom schon früh liefert und was du selbst tun kannst, um dein Risiko zu senken.

 

In dieser Folge erfährst du

  • warum Darmkrebs immer häufiger jüngere Menschen trifft und ab welchem Alter Vorsorge heute sinnvoll ist
  • welche Marker im Mikrobiom auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, allen voran die Fusobakterien
  • wie der Colo Alert Test funktioniert und was er leisten kann
  • warum eine Mikrobiomanalyse Hinweise liefert, lange bevor eine Darmspiegelung etwas zeigt
  • wie viele Ballaststoffe pro Tag empfohlen werden und wie du sie in den Alltag bringst
  • welchen Einfluss Stress, Bewegung und Schlaf auf deinen Darm haben

 

Kapitel der Episode

  • 00:00 Einstieg ins Thema
  • 00:45 Was sich im Mikrobiom verändert hat
  • 03:01 Warum Darmkrebs immer jüngere Menschen trifft
  • 06:39 Mikrobiomanalyse als Früherkennung
  • 10:14 Der Colo Alert Test erklärt
  • 13:36 Was ein positives Ergebnis bedeutet
  • 16:20 Wie oft Vorsorge sinnvoll ist
  • 19:14 Prävention über Ernährung
  • 23:07 Stress, Bewegung und Schlaf
  • 24:57 Ist Mikrobiomanalytik wissenschaftlich anerkannt
  • 28:43 Der richtige Zeitpunkt für eine Mikrobiomanalyse

 

 

 

Warum Darmkrebsvorsorge heute früher beginnt

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebsarten bei Frauen und Männern. Er wächst langsam, macht aber lange keine Beschwerden. Wenn er spürbar wird, etwa durch Blut im Stuhl, ist er oft schon weit fortgeschritten. Auf Symptome zu warten ist deshalb keine Strategie.

Lange galt 50 bis 55 Jahre als Richtwert für den Start der Vorsorge. Dr. Hofmann beobachtet in der Laborarbeit, dass Darmkrebs zunehmend jüngere Menschen trifft. In Deutschland werden die Vorsorgerichtlinien deshalb nach unten korrigiert, in Richtung 40 bis 45 Jahre.

Als Gründe nennt er den veränderten Lebensstil: weniger Ballaststoffe, weniger Hülsenfrüchte, mehr Lieferessen statt frisch gekochter Mahlzeiten und mehr Dauerstress. Auch wer eine familiäre Vorbelastung hat, sollte das Thema früh mit einem Arzt oder einer erfahrenen Therapeutin besprechen.

 

Mikrobiomanalyse und ColoAlert-Test: Früherkennung ohne Darmspiegelung

Ein zentraler Punkt der Folge: Das Mikrobiom zeigt Hinweise oft Jahre, bevor eine Darmspiegelung etwas erkennt. Dr. Hofmann nennt zwei Gruppen von Bakterien, die mit Darmkrebs in Verbindung gebracht werden. Erstens die Fusobakterien, die bei Menschen mit Darmkrebs auffällig häufig in erhöhter Menge vorkommen. Zweitens schwefelwasserstoffbildende Bakterien. Erhöhte Werte sind kein Nachweis einer Erkrankung, gelten aber als Risikohinweis. Dazu kommen steigende Entzündungswerte und eine abnehmende bakterielle Vielfalt im Darm.

Wichtig zur Einordnung: Eine Mikrobiomanalyse ist kein Krebstest. Sie zeigt, ob das Darmmilieu in eine ungünstige Richtung kippt. Genau das ist der Vorteil, denn so lässt sich früh über Ernährung und einen antientzündlichen Ansatz gegensteuern.

Der ColoAlert-Test verfolgt einen anderen Weg. Er kombiniert den Nachweis von Blut im Stuhl, also Hämoglobin und Haptoglobin, mit einem molekularen Verfahren, das nach Mutationen in den Genen KRAS und BRAF sucht. Dr. Hofmann nennt im Gespräch eine Erkennungswahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent und weist gleichzeitig darauf hin, dass kein Verfahren 100 Prozent erreicht, auch die Darmspiegelung nicht.

Ein positives Ergebnis bedeutet nicht automatisch Darmkrebs. Blut im Stuhl kann auch harmlose Ursachen haben, etwa Hämorrhoiden. Bei einem positiven Befund ist die Darmspiegelung der nächste Schritt. Sein klarer Appell: Solche Tests gehören nicht in die Hände von Laien, sondern immer in eine fachliche Begleitung, die das Ergebnis einordnet.

 

Darmkrebs vorbeugen: Was du im Alltag konkret tun kannst

Ein erheblicher Teil der Darmkrebsfälle hängt mit der Ernährung zusammen. Das ist die gute Nachricht, denn hier hast du selbst den grössten Hebel.

Ballaststoffe stehen an erster Stelle. Früher galten 30 Gramm pro Tag als Richtwert, heute diskutieren Fachleute deutlich höhere Mengen von 50 bis 100 Gramm. Diese Menge erreichst du nicht nebenbei. Dr. Hofmann startet morgens mit Müsli und einem Ballaststoffpulver und kommt so schon beim Frühstück auf einen grossen Teil. Tagsüber helfen viel Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Körnerbrot oder Vollkornbrot. Besonders Kohlgemüse wie Brokkoli, Weisskohl und Rosenkohl gilt als wertvoll, ebenso buntes Obst und Gemüse in verschiedenen Farben. Bitterstoffe regen zusätzlich die Verdauung an.

Beim Fleisch lohnt ein zweiter Blick auf die Zubereitung. Scharf angebratenes und stark gegrilltes enthält Stoffe, die als krebsfördernd gelten. Öfter gekocht oder gedünstet zuzubereiten ist die einfachere Variante.

Auch Stress und Bewegung wirken direkt auf den Darm. Unter Dauerstress fährt der Körper die Verdauung herunter, der Stuhl bleibt länger im Darm, und die Darmschleimhaut reagiert mit leichten Entzündungen. Regelmässige Bewegung unterstützt die Verdauung, und ausreichend Schlaf gibt dem Darm Zeit zur Regeneration.

 

Fazit

Darmkrebs verläuft lange still, deshalb beginnt sinnvolle Vorsorge früh und wartet nicht auf Symptome. Eine Mikrobiomanalyse und Tests wie der ColoAlert geben Hinweise, lange bevor Beschwerden auftreten, und sollten immer fachlich begleitet werden. Den grössten Einfluss hast du selbst über deine Ernährung, ausreichend Ballaststoffe, viel Gemüse, weniger scharf Gebratenes sowie Bewegung, Schlaf und weniger Stress.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

 

Du willst wissen, wie es deinem Darm aktuell wirklich geht? Mit einer Mikrobiomanalyse bekommst du eine fundierte Standortbestimmung zu deiner Darmflora, deiner bakteriellen Vielfalt und deinen Entzündungswerten, ausgewertet und begleitet durch unser Team. Mehr dazu findest du hier.

Informationen zum erwähnten ColoAlert-Test findest du hier

 

Und wenn du dich mit Dr. Heiko Hofmann vernetzen möchtest, findest du seinen Kontakt hier.

 

 

Häufige Fragen zur Episode

 

Ab welchem Alter ist die Darmkrebsvorsorge sinnvoll?

Lange galt 50 bis 55 Jahre als Richtwert. Weil Darmkrebs zunehmend jüngere Menschen trifft, diskutieren Fachleute heute einen früheren Start, in Deutschland etwa ab 40 bis 45 Jahren. Wer eine familiäre Vorbelastung hat, sollte das Thema noch früher mit einem Arzt oder einer erfahrenen Therapeutin besprechen.

Kann eine Mikrobiomanalyse Darmkrebs erkennen?

Nein, eine Mikrobiomanalyse ist kein Krebstest und stellt keine Diagnose. Sie zeigt Hinweise wie erhöhte Fusobakterien, schwefelwasserstoffbildende Bakterien oder Entzündungswerte, die auf ein ungünstiges Darmmilieu deuten. Für eine echte Abklärung braucht es ärztliche Untersuchungen wie eine Darmspiegelung.

Was ist der ColoAlert-Test?

Der ColoAlert-Test ist ein Stuhltest zur Darmkrebs-Früherkennung. Er kombiniert den Nachweis von Blut im Stuhl mit einem molekularen Verfahren, das nach Mutationen in den Genen KRAS und BRAF sucht. Dr. Heiko Hofmann nennt im Gespräch eine Erkennungswahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent. Ein positives Ergebnis sollte immer mit einer Darmspiegelung ärztlich abgeklärt werden.

Welche Rolle spielen Fusobakterien bei Darmkrebs?

Fusobakterien sind Bakterien, die bei vielen Menschen mit Darmkrebs in erhöhter Menge vorkommen. Erhöhte Werte gelten daher als Risikohinweis, sind aber kein Nachweis einer Erkrankung. Über eine Mikrobiomanalyse lassen sie sich sichtbar machen, sodass man früh über Ernährung und Lebensstil gegensteuern kann.

Wie kann ich Darmkrebs vorbeugen?

Die wichtigsten Hebel sind Ernährung, Bewegung und weniger Stress. Dazu gehören ausreichend Ballaststoffe, viel Gemüse, besonders Kohlsorten, weniger scharf angebratenes oder gegrilltes Fleisch sowie regelmässige Bewegung und genug Schlaf. Diese Faktoren beeinflussen das Mikrobiom und damit das Milieu, in dem Darmkrebs entsteht.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Mikrobiomanalyse?

Am aussagekräftigsten ist eine Alltagsprobe aus deiner normalen Ernährungs- und Lebenssituation, am besten zu Beginn der Woche. Nach einer Darmspiegelung, einer Fastenkur, einer Chemotherapie oder nach der Einnahme von Antibiotika solltest du rund vier Wochen warten, bis sich das Mikrobiom wieder eingependelt hat.

Als Podcasthörerin oder Podcasthörer bekommst du von uns einen Rabatt auf unsere Produkte

Und zwar 15% Rabatt auf deinen ersten Einkauf (1 Mal anwendbar, nur auf nicht bereits rabattierte Produkte). Der Gutscheincode ist in beiden Arktis BioPharma Shops in der Schweiz und in Deutschland gültig.

 
Gib hierfür den Gutscheincode podcast15 ein, bevor du deine Bestellung abschliesst.
Arktis BioPharma Shop Schweiz
Arktis BioPharma Shop Deutschland

 

Abonniere den Darmglück Podcast und folge uns auf Social Media

Du möchtest in Zukunft keine Episode verpassen und/oder immer auf dem Laufenden bleiben?
Dann abonniere den Darmglück-Podcast in deiner Lieblings-Podcast-App und folge uns auf Social Media.
Hier die Links zu meinem Podcast in den geläufigsten Apps und zu Arktis BioPharma auf Social Media